211service.com
Das Geheimnis von Australiens Stonehenge
Die australischen Ureinwohner leben seit fast 50.000 Jahren in Oz, was sie mit Abstand zur ältesten Kultur der Welt macht. Es macht sie auch zu den ersten Astronomen der Welt. Jahrelange Vorurteile haben jedoch verhindert, dass die astronomischen Leistungen der australischen Aborigines voll gewürdigt werden – etwas, das Ray Norris und Duane Hamacher von der Macquarie University in Sydney ändern wollen.
Sie haben einen beeindruckenden Bericht über die astronomischen Errungenschaften der australischen Aborigines zusammengestellt. Es ist zumindest in Australien ziemlich bekannt, dass diese Menschen ihre eigene Mythologie hatten, die mit dem Nachthimmel verbunden war, basierend auf der Idee, dass die Welt im Träumen von Ahnengeistern erschaffen wurde, deren Anwesenheit immer noch auf dem Land zu sehen ist und in den Himmel, sagen Norris und Hamacher.
Es stellte sich jedoch heraus, dass die australischen Aborigines auch ein ausgeklügeltes Verständnis von astronomischen Ereignissen wie Sonnen- und Mondfinsternissen hatten. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass totale Sonnenfinsternisse selten sind und nur alle drei oder vier Generationen auf einem einzigen Stück Land auftreten, und dass alle Informationen über sie von Generation zu Generation in Form von Liedern, Geschichten und weitergegeben worden sein müssen Höhlenmalereien, die heute noch zu sehen sind.
Aber die aufschlussreichste Enthüllung, zumindest für mich, ist die Existenz eines australischen Stonehenge namens Wurdi Youang in Victoria, dessen Alter unbekannt ist, aber offensichtlich älter als die europäische Besiedlung.
Wurdi Youang ist ein eiförmiger Ring aus Steinen mit einem Durchmesser von etwa 50 Metern. Einige der Steine haben bedeutende astronomische Ausrichtungen. Zum Beispiel scheinen einige Steine die Position der untergehenden Sonne zu den Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden anzuzeigen, obwohl es einige Meinungsverschiedenheiten über diese Idee gibt. Wie in Stonehenge in Großbritannien sind keine Aufzeichnungen über seine Verwendung erhalten, und folglich weiß niemand, wofür es verwendet wurde.
Norris und Hamacher sagen, dass sie von anderen Steinanordnungen mit verschiedenen Ausrichtungen wissen, diese aber nicht in gleichem Maße studieren konnten. Unterdessen geht die Suche nach verlorenen Gesteinsformationen weiter – angesichts der Größe Australiens keine leichte Aufgabe.
Ein faszinierendes Projekt, um die ersten Astronomen der Welt und ihr Erbe zu dokumentieren.
Ref: arxiv.org/abs/0906.0155 : Die Astronomie der australischen Aborigines