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Die besorgniserregenden Folgen des Wikipedia-Gender-Gap
Es gab eine Zeit, in der das Internet von Männern dominiert wurde, aber in den letzten Jahren hat sich diese Kluft aufgelöst. Heute sind Surfer genauso häufig männlich wie weiblich. Und in einigen Bereichen dominieren Frauen: Frauen twittern oder beteiligen sich eher an sozialen Medien wie Facebook. Auch die traditionell männliche Domäne des Online-Gamings verändert sich.
Was ist also falsch an Wikipedia? Im vergangenen Jahr wies die New York Times darauf hin, dass Frauen nur 13 Prozent der Wikipedia-Beiträge ausmachen, obwohl sie fast die Hälfte der Leser ausmachen. Und vor einigen Monaten ergab eine Studie zu diesen Geschlechterunterschieden, dass sie auf eine Kultur bei Wikipedia hindeuteten, die sich gegen die Beteiligung von Frauen ablehnt.
Heute vermuten Pablo Aragon und Freunde der Barcelona Media Foundation in Spanien, dass das Problem den Inhalt von Wikipedia ernsthaft beeinflusst.
Diese Jungs haben die Biografien der am besten vernetzten Personen auf 15 verschiedenen Wikipedia-Seiten studiert. Sie wählten die am besten vernetzten Personen aus, indem sie alle Biografien heruntergeladen und dann ein Netzwerk aufgebaut haben, in dem Personen mit Wikipedia-Biografien Knoten sind. Sie zeichneten dann Links zwischen Knoten, wenn die Wikipedia-Biografie dieser Person einen Link zu einer anderen Person enthielt.
Schließlich erstellten sie eine Liste der am besten vernetzten Personen. Die obige Tabelle zeigt die fünf besten für jede der 15 Sprachseiten.
Es gibt einige merkwürdige Muster. In vielen Ländern sind Politiker und Führungskräfte die am besten vernetzten Personen. Auf der chinesischsprachigen Website ist Chiang Kai-shek beispielsweise die am besten verbundene Person; auf der englischsprachigen Seite ist es George W. Bush; und auf der deutschen Seite führt Adolf Hitler die Liste an.
In anderen Ländern führen Entertainer die Liste an; Frank Sinatra in Italien, Michael Jackson in Portugal und Marilyn Monroe in Norwegen.
Aber am merkwürdigsten ist der Mangel an Frauen. Von insgesamt 75 möglichen sind nur drei Frauen: Queen Elizabeth II, Marilyn Monroe und Margaret Thatcher.
Das ist eine rätselhafte Diskrepanz, für die Aragon und Co. auf eine offensichtliche Möglichkeit hinweisen – dass das Geschlechtergefälle unter den Redakteuren direkt zum Geschlechtergefälle zwischen den am besten vernetzten Personen führt.
Natürlich sind das nur Spekulationen, aber Aragaon und Co. nennen es ein faszinierendes Thema für zukünftige Untersuchungen. Wir werden beobachten, wie sich das entwickelt.
Inzwischen hat sich die Wikimedia Foundation zum Ziel gesetzt, den Anteil weiblicher Beitragszahler bis 2015 auf 25 Prozent zu erhöhen, ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch ein peinlicher Schandfleck in der Landschaft der Zusammenarbeit.
Ref: arxiv.org/abs/1204.3799 : Biografische soziale Netzwerke auf Wikipedia - Eine interkulturelle Studie über Links, die Geschichte geschrieben haben