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Durch Algorithmus eingestellt und gefeuert
Schritt 1
Jobkandidaten finden
Das in Seattle ansässige Unternehmen Textio, zu dessen Kunden Microsoft gehört, wertet Stellenausschreibungen aus, um vorherzusagen, ob sie wahrscheinlich den richtigen Kandidaten anziehen werden. Zum Beispiel neigen Ausdrücke wie „Top Tier“ und „Mission Critical“ dazu, weibliche Kandidaten abzuschrecken. Die in San Francisco ansässige Gild sichtet Daten von Websites wie LinkedIn und Github, um Kunden wie Facebook und HBO mitzuteilen, wenn Kandidaten für eine neue Stelle offen sein könnten. KF4D, ein Algorithmus des Headhunters Korn Ferry, berechnet die Merkmale einer effektiven Führungskraft in einer bestimmten Branche und an einem bestimmten Standort, ein Musterarbeitgeber, mit dem die Kandidaten dann verglichen werden können.
Schritt 2
Mitarbeiter verfolgen
Nachdem in den letzten Jahren Bußgelder in Milliardenhöhe wegen Fehlverhaltens verhängt wurden, haben viele Wall-Street-Unternehmen damit begonnen, die Arbeitnehmer genau zu verfolgen. Das Ziel: schlechtes Verhalten sowohl erkennen als auch vorhersagen. J.P. Morgan hat ein System entwickelt, das Daten darüber verwendet, ob Einzelpersonen Compliance-Kurse besuchen, um seine Vorhersagemodelle des Mitarbeiterverhaltens zu füttern, die Teil einer 730-Millionen-Dollar-Überholung seines Managementsystems sind. Goldman Sachs und Credit Suisse investieren in das Digital Reasoning System, das Milliarden von E-Mails, Telefonanrufen und Online-Chats von Mitarbeitern analysiert, um illegales Verhalten vorherzusagen und zu verhindern.
Schritt 3
Aufhören
Laut Visier, einer Workforce-Analytics-Gruppe mit Sitz in San Jose, Kalifornien, kostet ungewollte Mitarbeiterfluktuation ein durchschnittliches Großunternehmen 31 Millionen US-Dollar pro Jahr. Visier verwendet Daten aus zwei bis drei Jahren von Kundenunternehmen wie Yahoo, ConAgra und Nissan, um Vorhersagemodelle zu erstellen, die bis zu achtmal besser sind als die menschliche Intuition, um vorherzusagen, welche Mitarbeiter innerhalb von drei Monaten zu kündigen drohen. Die Risikobewertung jedes Mitarbeiters basiert auf Faktoren wie Alter, Gehalt, Abteilung und Zeit seit der letzten Beförderung. Das Unternehmen verwaltet Daten für über zwei Millionen Mitarbeiter.
Schritt 4
Den nächsten Job finden
Die in Seattle ansässige Anthology (früher bekannt als Poachable) ist wie eine Dating-App für die Geschäftswelt: Mitarbeiter, die eine Veränderung suchen, und Unternehmen, die eine Einstellung suchen, geben jeweils anonym Auskunft darüber, was sie suchen. Nur wenn die Interessen übereinstimmen, entsteht ein direkter Kommunikationsweg zwischen Nutzern und Unternehmen. Anthology ist kaum ein Jahr alt und hat Kunden wie Amazon, Facebook, IBM und Netflix. Rund 50.000 Stellensuchende nutzen die App kostenlos. Anthology hat 1,8 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln gesammelt.