Der Regen auf Titan

Seit 1980, als die Voyager-Vorbeiflüge enthüllten, dass Titan eine dichte Methanatmosphäre hat, spekulierten planetarische Geologen über das Wetter auf dieser fernen Welt. Die Temperatur dort liegt nahe dem Tripelpunkt von Methan, weshalb es als fester, flüssiger und gasförmiger Stoff vorliegen sollte. Das wirft alle möglichen aufregenden meteorologischen Möglichkeiten auf.





Einer davon ist Methanregen. Verschiedene Modelle der Atmosphäre sagen voraus, dass es auf Titan regnen sollte, obwohl einige vorgeschlagen haben, dass alle Regentropfen verdunsten würden, bevor sie den Boden treffen. Bilder von der Titanoberfläche, die Cassini und Huygens aufgenommen haben, zeigen flussähnliche Strukturen, was darauf hindeutet, dass während des jüngsten Durchgangs Flüssigkeit über die Oberfläche geflossen sein muss. Diese Flüssigkeit könnte gut vom Regen stammen, wie es auf der Erde der Fall ist.

Aber bis 2007 hatte niemand Regen auf Titan gesehen, als Mate Adamkovics von der University of California und ein paar Kumpels eine dünne Methanschneewolke entdeckten, die den gesamten Mond einhüllte. Erstaunlicherweise konnten sie beobachten, wie die Trübung dieser Wolke jeden Tag früh zunahm, was darauf hindeutet, dass mit der Erwärmung dieser Welt ein leichter morgendlicher Nieselregen aus flüssigem Methan zu fallen beginnt.

Das war ein großartiges Ergebnis, aber einige Forscher stellten die Beobachtung in Frage und sagten, dass die Zunahme der Opazität auch das Ergebnis von Oberflächenreflexionsartefakten sein könnte.



Jetzt haben Adamkovics und Kumpel mit einer neuen Reihe von Beobachtungen des Very Large Telescope im Norden Chiles zurückgeschlagen. Sie haben die Atmosphäre von Titan in einer Reihe aufeinanderfolgender Nächte bei Wellenlängen untersucht, die nicht von Methan absorbiert werden. Sie sagen, ihre neuen Beobachtungen zeigen, dass keine Oberflächenreflexionsartefakte vorhanden sind und daher die Zunahme der Opazität nicht erklärt werden können.

Dies würde tendenziell ihre Behauptung bestätigen, dass es sich bei dem, was sie sehen, um Methan-Nieselregen handelt. Dies scheint über eine Region der Oberfläche namens Xanadu zu fallen, ein großes Plateau aus Wassereis von der Größe Australiens. Die neuen Beobachtungen zeigen, dass es nicht nur morgens, sondern auch nachmittags nieselt. Also eher Seattle als Sydney.

Aber eine offene Frage ist noch: Ob dieser Nieselregen den Boden erreicht, zeigen die neuen Bilder nicht. Ob Regenschirme auf Titan doch noch gebraucht werden, weiß noch niemand.



Ref: arxiv.org/abs/0907.2255 : Beweise für die Verbesserung von Methan in kondensierter Phase gegenüber Xanadu auf Titan

verbergen