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Eine irreführende Karte der Strahlungsausbreitung
Der New York Times Website hat veröffentlicht eine alarmierende interaktive Karte, die eine massive Strahlungswolke zeigt, die sich über den Pazifik bewegt und morgen Südkalifornien erreicht. Die Karte wurde von der Comprehensive Test Ban Treaty Organization, einem Arm der Vereinten Nationen, erstellt. Der Text um die Karte herum erklärt – in Fettdruck –, dass die Karte keine Strahlungswerte anzeigt und dass die Wolke bis zur Ankunft in den USA so verdünnt sein würde, dass dies nur äußerst geringe gesundheitliche Folgen hätte. Aber leider wird das Bild viel stärker sein als die Worte. Einen nüchternen Blick auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Strahlung finden Sie in unserer heutigen Geschichte.
Hier ist, was mit der Karte nicht stimmt. Erstens verwendet es eine logarithmische Skala: Teile der Wolke zeigen Strahlungsniveaus an, die um mehrere Größenordnungen niedriger sind als andere. Die gelben Teile der Karte zeigen Level, die tausendmal höher sind als die violetten. Aber wenn Sie nur auf die Karte schauen, würden Sie dies zunächst nicht bemerken. Die Level scheinen alle ziemlich nah beieinander zu liegen, teilweise wegen der allmählichen Farbunterschiede zwischen ihnen. Zweitens verwendet die Karte beliebige Einheiten. Wir haben keine Ahnung, ob selbst die Teile mit der höchsten Konzentration gefährlich sind, geschweige denn die verdünnten Teile. Angesichts der Daten aus Japan liegen jedoch selbst die höchsten angegebenen Konzentrationen auf Niveaus, die für die menschliche Gesundheit nicht gefährlich sind. Die Werte, die die USA erreichen, wären weitaus niedriger. Sie könnten über der natürlichen Hintergrundstrahlung gerade noch nachweisbar sein.
In Japan, am Tor des schwer beschädigten Werks Fukushima, lag die Strahlenbelastung gestern bei einigen Millisievert pro Stunde. Die Werte sinken schnell auf einige Mikrosievert, wenn man sich von der Pflanze entfernt. Dem Maßstab der Karte nach zu urteilen, würden die gelben Abschnitte – die intensivsten – wahrscheinlich Mikrosieverts entsprechen. Die Strahlenkrankheit tritt erst auf, wenn eine Person eine Dosis von etwa 1 Sievert erhalten hat – eine Million Mal mehr als ein Mikrosievert. Aber das ist natürlich alles eine Vermutung, denn die Karte liefert keine Daten. Alles, was es gibt, sind relative Konzentrationen, und diese sind irreführend.