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Frühwarnung für Asthmatiker
Asthma ist eine chronische Krankheit, ähnlich wie Diabetes. Aber während Diabetiker ihre Symptome mit Blutzuckermessgeräten verfolgen können, haben Asthmapatienten über ihr eigenes Urteil hinaus wenig zu tun. Infolgedessen verursacht Asthma nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention allein in den USA jedes Jahr mehr als eine Million Notaufnahmen.

Ausatmen: Dieser Prototyp-Sensor kann erkennen, ob sich die Atemwege eines Asthmatikers entzünden.
Ein neues tragbares Gerät könnte diesen Trend umkehren, indem es Patienten hilft, Asthmaanfälle Stunden bevor sie auftreten, zu erkennen.
Das von Siemens hergestellte Gerät erkennt die frühen Anzeichen einer Atemwegsentzündung, indem es Stickstoffmonoxid in der Atemluft eines Patienten misst. Ärzte verwenden bereits eine ähnliche Technologie zur Diagnose von Asthma in der Klinik, aber das neue Gerät ist klein genug, um tragbar zu sein, was es den Patienten leicht machen würde, sich selbst zu überwachen.
Laut Experten übersehen Erwachsene eher die frühen Anzeichen von Asthmaanfällen, was erklären könnte, warum in den USA jedes Jahr etwa 3.000 Erwachsene an Asthma sterben. Was diese Todesfälle besonders tragisch macht, ist, dass sie in vielen Fällen vollständig vermeidbar sind, sagt Linda Rogers , Pneumologe an der Asthmaklinik des Bellevue Hospital in New York City. Erwachsene ignorieren möglicherweise Warnzeichen wie Husten und Engegefühl in der Brust, und wenn sie merken, dass sie in Schwierigkeiten sind und ihre Rettungsinhalatoren herausnehmen, kann es zu spät sein.
Der Siemens-Sensor kann Patienten bis zu 24 Stunden im Voraus vor einem möglichen Asthmaanfall warnen, sodass sie genügend Zeit haben, vorbeugende Medikamente einzunehmen oder ihren Arzt zu rufen. Der Asthmasensor von Siemens ist nicht nur halb so groß wie das Modell, das die U.S. Food and Drug Administration erst vor drei Jahren für den klinischen Einsatz zugelassen hatte, sondern er ist auch fünfmal empfindlicher und erkennt Stickoxid bei einem Teil pro Milliarde.
Um portabel zu sein, musste der Sensor jedoch auch schneller sein als bestehende Modelle. Die in der Klinik verwendeten sind sehr langsam, erklärt Maximilian Fleischer , der für das Siemens-Projekt verantwortliche Physiker. Der Atem muss lange gespeichert werden, was mit einem tragbaren Gerät nicht möglich ist. Chemische Modifikationen des Farbstoffs, der das Stickoxid auf dem Sensor einfängt, erwiesen sich als der Schlüssel zur Erhöhung der Erkennungsgeschwindigkeit ohne Genauigkeitsverlust.
Der eigentliche Test kommt natürlich, nachdem der neue Sensor den Patienten zur Verfügung gestellt wird. Siemens hofft, das Gerät direkt an Verbraucher zu vermarkten, was in einigen Ländern staatliche Vorschriften umgehen könnte. Dennoch möchten die meisten Ärzte klinische Daten sehen, bevor sie den Sensor an Patienten empfehlen. Nicola Hanania , Direktor des klinischen Forschungszentrums für Asthma am Baylor College of Medicine, sagt, er sei sehr an der Technologie interessiert. Die persönliche Überwachung des ausgeatmeten Stickoxids ist innovativ und könnte nützlich sein, wenn es einen Unterschied bei den Patientenergebnissen macht, sagt er.