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Geophysiker sagen, dass der innere Kern der Erde um Dutzende von Kilometern außerhalb des Zentrums liegt
Der innere Kern der Erde ist eine massive Kugel mit einem Durchmesser von etwa 2400 Kilometern, die fast vollständig aus Eisen besteht. Es ist von einem flüssigen Außenkern umgeben, der größtenteils aus Eisen und Nickel besteht.
In den letzten Jahren haben Geophysiker, die die Art und Weise untersuchten, wie seismische Wellen abprallen und den inneren Kern passieren, etwas Seltsames festgestellt. Seismische Wellen scheinen sich durch die östliche Hemisphäre schneller auszubreiten als durch die westliche.
Das ist schwer zu erklären. Geophysiker haben eine Antwort gefunden, indem sie annahmen, dass die östliche und die westliche Hälfte eine subtile unterschiedliche Zusammensetzung haben müssen. Sie denken, dass die Wachstumsrate von Eisenkristallen möglicherweise in jeder Hemisphäre unterschiedlich ist, was zu einem Unterschied in der Dichte und damit in der Wellenausbreitungsgeschwindigkeit führt.
Das wäre möglich, wenn die östliche und die westliche Hemisphäre irgendwie unterschiedliche Temperaturen hätten. Dies wirft jedoch ein weiteres Problem bei der Erklärung auf, wie eine solche Temperaturdifferenz aufrechterhalten werden könnte.
Sie haben also einen weiteren Epizyklus in der Theorie. Vielleicht dreht sich der innere Kern mit einer anderen Geschwindigkeit als der äußere Kern und der Mantel, wodurch ein Temperaturunterschied aufrechterhalten werden kann.
Es gibt sogar Hinweise darauf, dass sich der innere Kern superrotiert, obwohl die genaue Geschwindigkeit umstritten ist. Ob dieser Prozess die erforderliche Temperaturdifferenz aufrechterhalten könnte, ist strittig.
Calin Vamos vom T. Popoviciu-Institut für Numerische Analysis in Rumänien und Nicolae Suciu von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben heute eine weitere Idee vorgestellt.
Ihre Hypothese ist, dass es keinen Unterschied in der Geschwindigkeit der seismischen Wellen in der östlichen und westlichen Hemisphäre gibt. Stattdessen sagen sie, dass die Messungen erklärt werden können, wenn der innere Kern der Erde nur einige Dutzend Kilometer außerhalb des Zentrums liegt, wodurch die östliche Grenze näher an der Oberfläche liegt als die westliche Grenze.
Anstatt also schneller durch die östliche Hemisphäre zu reisen, haben seismische Wellen einfach weniger Distanz. Vamos und Suciu haben eine numerische Analyse der Timings von einem dezentrierten Kern durchgeführt, um zu zeigen, dass sie zu den Daten passen.
Das ist eine viel einfachere Erklärung als die bestehenden, also verdient sie eine Überlegung.
Ein außermittiger Kern hat jedoch wahrscheinlich andere Konsequenzen für die mechanischen, thermischen und magnetischen Eigenschaften des Kerns. Diese müssen richtig charakterisiert und mit bekannten Messungen verglichen werden. Bis dahin bleibt dies eine spannende Hypothese, aber nicht mehr.
Ref: arxiv.org/abs/1111.1121 : Seismische hemisphärische Asymmetrie, die durch die Dezentrierung des inneren Kerns der Erde verursacht wird