Milliarden von Dollar stehen auf dem Spiel, also ist der Streit um den Eigentümer von CRISPR wieder vor Gericht

Kategorie: Biotechnologie Gesendet 30. Apr

Die Anerkennung eines bahnbrechenden Durchbruchs in der Biotechnologie, ein möglicher Nobelpreis und oh ja, haufenweise Geld haben sich als Motiv genug für die University of California, Berkeley erwiesen, ihren fast verlorenen Streit mit dem Broad Institute of MIT fortzusetzen und Harvard darüber, wer die Rechte an dem Gen-Editing-Tool CRISPR besitzt. Die beiden Parteien stritten sich heute erneut vor einem Bundesgericht in Washington, DC.





Hintergrund: Das Berkeley-Team und seine Mitarbeiter reichten im Mai 2012 erstmals eine Patentanmeldung für die grundlegende CRISPR-Technologie ein. Im Dezember desselben Jahres reichten Broad-Forscher einen Antrag ein, zahlten jedoch eine zusätzliche Gebühr für einen beschleunigten Weg zur Patentierung von CRISPR in eukaryotischen Zellen – in Pflanzen, Tieren und Menschen. Dem Broad wurden mehrere Patente erteilt.

Patentkampf: Berkeley focht diese Entscheidung an und forderte das US Patent & Trademark Office auf, es noch einmal zu überdenken. In einem Urteil aus dem vergangenen Jahr entschied die Patentprüfungs- und Berufungskommission des Amtes zugunsten von Broad und sagte, dass sich die Entdeckungen der beiden Teams nicht überschneiden und dass die Patente von Broad eine wirklich separate Innovation abdeckten.

Appellieren: Die University of California legte gegen diese Entscheidung Berufung ein und versuchte heute, die Bundesrichter in DC davon zu überzeugen, dass das Patentamt bei seiner Entscheidung Rechtsfehler gemacht habe. Die Richter schienen nicht beeinflusst zu sein – aber sie werden frühestens später in diesem Jahr eine schriftliche Entscheidung treffen.



Die Zukunft von CRISPR: Auf dem Spiel stehen möglicherweise Lizenzvereinbarungen in Milliardenhöhe. Wenn sich Broad letztendlich durchsetzt, müssen Unternehmen, die derzeit Technologie von der University of California lizenzieren – wie CRISPR Therapeutics und Intellia Therapeutics – stattdessen eine Genehmigung des Broad Institute für Rechte zur Nutzung von CRISPR einholen. Das könnte ihre Aktien zum Einsturz bringen und möglicherweise ihre Pläne verzögern, klinische Studien mit der Gen-Editing-Technologie zu beginnen.