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Neue Hoffnung für die Stammzelltherapie
Wissenschaftler haben embryonale Stammzelllinien geschaffen, die perfekt zu ihren Mausspendern passen, sodass die Zellen ohne Immunabstoßung transplantiert werden können. Wenn ähnliche Methoden beim Menschen erfolgreich sind, könnte die Technik eine Möglichkeit bieten, patientenpassende Zellen für die Transplantation zu erzeugen, die keine Zerstörung lebensfähiger menschlicher Embryonen erfordert. Dies stellt einen viel effizienteren Weg dar, … gewebeangepasste embryonale Stammzellen zu erzeugen, sagt George Daley , Arzt und Forscher am Children’s Hospital Boston und leitender Wissenschaftler des Projekts.
Wissenschaftler hoffen, eines Tages stammzellbasierte Therapien einsetzen zu können, um verloren gegangene oder erkrankte Zellen zu ersetzen, etwa bei der Parkinson-Krankheit oder der Sichelzellenanämie. Aber genau wie bei Organtransplantationen müssen diese Zellen eng an das genetische Profil des Empfängers angepasst sein, um eine Immunabstoßung zu vermeiden. Derzeit ist die beste Methode zur Erzeugung genetisch passender Zellen das Klonen oder der Kerntransfer, bei dem eine adulte Zelle des Spenders in eine Eizelle eingefügt wird, deren DNA entfernt wurde, wodurch ein Embryo erzeugt wird, der genetisch identisch mit dem des erwachsenen Spenders ist. Im Jahr 2002 zeigten Daley und Mitarbeiter, dass durch Klonen erzeugte maßgeschneiderte Stammzellen in Mäuse implantiert werden können, um genetische Defizite zu heilen.
Das Klonen, das oft eine große Anzahl von Eizellen erfordert, ist jedoch eine technisch anspruchsvolle und ineffiziente Methode zur Herstellung von Stammzellen und wirft ethische Einwände auf, da es die Zerstörung eines menschlichen Embryos erfordert. Eine Alternative besteht darin, Zellen durch Parthenogenese zu erzeugen, eine Form der asexuellen Fortpflanzung, bei der sich ein Embryo ohne Befruchtung entwickeln kann. Die Parthenogenese kommt natürlich bei einigen Pflanzen und Wirbeltieren vor, jedoch nicht bei Säugetieren. Wissenschaftler können jedoch Säugetiereier dazu bringen, eine Parthenogenese zu durchlaufen, indem sie das Ei aktivieren, als ob es befruchtet worden wäre. Bisher wurden solche Embryonen in Mäusen, Primaten und sogar Menschen erzeugt. Menschliche Versionen dieser Embryonen werden Parthenoten genannt; sie überleben nur wenige Tage und können sich daher nicht zu einem Menschenleben entwickeln.
Während Wissenschaftler zuvor durch Parthenogenese Stammzellen aus Mäusen generieren konnten, bietet die neue Studie eine Möglichkeit, Zellen auszuwählen, die perfekt zum Gewebe des Spenders passen. Es ist das erste Mal, dass von Parthenoten abgeleitete Zellen erfolgreich transplantiert und von Mäusen vertragen wurden, sagt Kent Vrana , Molekularbiologe an der Penn State University. Diese Arbeit ist wichtig, weil sie zeigt, dass Sie Parthennoten für die [Gewebe]-Kompatibilität auswählen können.
Daley warnt davor, dass noch viele Tests durchgeführt werden müssen, bevor solche Therapien für Patienten entwickelt werden können. Da beispielsweise Parthenotenzellen zwei Sätze von mütterlichen Genen tragen, können sie eine abnormale Genexpression aufweisen. Wir werden versuchen herauszufinden, ob Zellen aus Parthenoten normal funktionieren, sagt Daley.
Daleys Hauptinteresse gilt der Entwicklung besserer Therapien für Blutkrankheiten wie Leukämie. Während Knochenmarktransplantationen eine wirksame Behandlung von Leukämie darstellen, können viele Menschen keine Spender finden, deren Knochenmark für eine Transplantation geeignet ist. Das Team testet jetzt Knochenmarkstransplantationen aus Stammzellen, die von Parthenoten stammen, an Mäusen und versucht, Stammzellen von Parthenoten aus menschlichen Eiern herzustellen.
Es ist nicht klar, ob sich die Ergebnisse leicht auf den Menschen übertragen lassen, sagt Robert Lanza , Vizepräsident für wissenschaftliche Forschung bei Advanced Cell Technologies, einem in Alameda, Kalifornien, ansässigen Unternehmen, das Stammzelltherapien entwickelt. Während Wissenschaftler zuvor in der Lage waren, Stammzellen aus einer Primatenparthenote zu erzeugen, hat sich das Verfahren bei menschlichen Zellen als schwer fassbar erwiesen. In den meisten Fällen überleben menschliche Parthennoten nicht lange genug, um Wissenschaftlern die Zellen zu ernten, aus denen Stammzellen gewonnen werden. Im Juli gab eine Gruppe italienischer Wissenschaftler auf einem Treffen bekannt, dass sie eine Linie stammzellähnlicher Zellen aus einer menschlichen Parthenote gewonnen haben, die Arbeit jedoch noch nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wurde.