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Psychologen verwenden das Verhalten sozialer Netzwerke, um den Persönlichkeitstyp vorherzusagen
Eine der Grundlagen der modernen Psychologie ist, dass die menschliche Persönlichkeit durch fünf verschiedene Verhaltensformen beschrieben werden kann. Diese sind:
1. Verträglichkeit – hilfsbereit, kooperativ und mitfühlend gegenüber anderen sein
2. Gewissenhaftigkeit – diszipliniert, organisiert und leistungsorientiert sein
3. Extraversion – mit einem höheren Maß an Geselligkeit, Durchsetzungsvermögen und Gesprächsbereitschaft
4. Neurotizismus – der Grad an emotionaler Stabilität, Impulskontrolle und Angst
5. Offenheit – eine starke intellektuelle Neugier und eine Vorliebe für Neues und Abwechslung haben
Psychologen haben viel Zeit und viele Jahre damit verbracht, Tests zu entwickeln, die Menschen nach diesen Kriterien klassifizieren können.
Heute sagen Shuotian Bai von der Graduate University of Chinese Academy of Sciences in Peking und ein paar Freunde, dass sie eine Online-Version des Tests entwickelt haben, der die Persönlichkeitsmerkmale einer Person aus ihrem Verhalten in einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder Renren bestimmen kann. ein immer beliebter werdender chinesischer Konkurrent.
Ihre Methode ist relativ einfach. Diese Jungs baten etwas mehr als 200 chinesische Studenten mit Renren-Konten, online einen Standard-Persönlichkeitstest namens Big Five Inventory auszufüllen, der in den 1990er Jahren an der University of California in Berkeley entwickelt wurde.
Gleichzeitig analysierten diese Jungs die Renren-Seiten jedes Schülers, erfassten Alter und Geschlecht und verschiedene Aspekte ihres Online-Verhaltens wie die Häufigkeit ihrer Blog-Posts sowie den emotionalen Inhalt der Posts wie z. B. ob wütend, lustig oder überrascht und so weiter.
Schließlich nutzten sie verschiedene Zahlenverarbeitungstechniken, um Korrelationen zwischen den Ergebnissen der Persönlichkeitstests und dem Online-Verhalten aufzudecken.
Es stellt sich heraus, dass verschiedene Online-Verhalten ein guter Indikator für den Persönlichkeitstyp sind. Gewissenhafte Personen posten beispielsweise eher um Hilfe, wie beispielsweise einen Standort oder eine E-Mail-Adresse; ein Zeichen von Extrovertiertheit ist eine vermehrte Verwendung von Emoticons; die Häufigkeit von Statusaktualisierungen korreliert mit Offenheit; und ein Maß für Neurotizismus ist die Geschwindigkeit, mit der Blog-Posts wütende Kommentare anziehen.
Basierend auf diesen Korrelationen sagen diese Jungs, dass sie den Persönlichkeitstyp automatisch vorhersagen können, indem sie sich einfach die sozialen Netzwerkstatistiken einer Person ansehen.
Das könnte für soziale Netzwerke sehr nützlich sein. Shuotian und das Unternehmen weisen darauf hin, dass ein Netzwerk dies verwenden könnte, um bestimmte Dienste zu empfehlen. Sie geben das eher naive Beispiel eines ausgehenden Benutzers, der möglicherweise internationale Nachrichten bevorzugt und sich gerne mit anderen anfreundet.
Andere Szenarien sind mindestens genauso wahrscheinlich. Ein solcher Ansatz könnte beispielsweise dazu beitragen, Empfehlungssysteme im Allgemeinen zu verbessern. Vielleicht teilen Menschen mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen eher einen ähnlichen Geschmack in Büchern, Filmen oder untereinander.
Es besteht auch die offensichtliche Aussicht, dass soziale Netzwerke diese Daten zu kommerziellen Zwecken verwenden würden; um zum Beispiel spezifische Anzeigen auf Benutzer auszurichten. Und schließlich besteht die Sorge, dass eine solche Technik verwendet werden könnte, um verletzliche Personen zu identifizieren, die möglicherweise am anfälligsten für schändliche Überredungen sind.
Abgesehen von der Ethik gibt es auch einige Fragezeichen über das Ergebnis. Ein wichtiger Vorbehalt ist, wie sich die Reaktionen der Menschen auf Online-Psychologiestudien von denen zu anderen Zeiten unterscheiden. Das könnte eindeutig zu einer gewissen Voreingenommenheit führen. Dann gibt es die allgemeineren Fragen, wie sich das Online- und Offline-Verhalten unterscheidet und wie sich diese Tests zwischen den Kulturen unterscheiden. Das sind Dinge, die Shuotian und Co. in Zukunft studieren wollen.
Inzwischen wird immer deutlicher, dass die mit unserem Online-Verhalten verbundenen Daten eine reichhaltige und wertvolle Informationsquelle über unser Innerstes sind.
Ref: arxiv.org/abs/1204.4809 : Big-Five-Persönlichkeitsvorhersage basierend auf dem Benutzerverhalten auf Social-Network-Sites