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Schade, dass wir keine Außerirdischen gefunden haben, bevor das Internet erfunden wurde
Eines der bedeutendsten Ereignisse der Menschheit wird die Entdeckung intelligenten Lebens anderswo im Universum sein. Bereits in den 1980er Jahren machte sich eine Gruppe von Astronomen, die an der Suche nach außerirdischer Intelligenz beteiligt waren, Sorgen darüber, wie sich die Nachricht von diesem ersten Kontakt auf der ganzen Welt verbreiten könnte.
Ihre Sorge war, dass die ungeplante Verbreitung von Informationen enormen Schaden anrichten könnte. Informationen könnten verzerrt werden und Menschen könnten in Panik geraten, was zu weit verbreiteter Verwirrung und sogar Gewalt führen würde.
Tatsächlich ereignete sich so etwas in den 1940er Jahren nach der berühmten Ausstrahlung von War of the Worlds mit einer fiktiven Nachrichtengeschichte, die die Invasion der Erde durch Marsianer beschreibt. An verschiedenen Orten wurde die Geschichte für bare Münze genommen, und in Ecuador löste die Nachricht Verwirrung und Unruhen aus, die zum Tod von etwa 20 Menschen führten.
Daher erstellte 1989 ein Team der International Academy of Astronautics eine Reihe von Richtlinien für die Veröffentlichung von Informationen über potenzielle Kontaktereignisse. Die Richtlinien wurden seitdem von SETI-Forschern und anderen Wissenschaftlern, die wahrscheinlich an einer Kontaktmitteilung beteiligt sind, weitgehend akzeptiert.
Aber es gibt ein Problem. Seit die Richtlinien geschrieben wurden, hat sich die Art und Weise, wie sich Nachrichten entwickeln und in der Gesellschaft verbreiten, dramatisch verändert. In den 1980er Jahren waren 24-Stunden-Nachrichtensender ein Novum. Jetzt wurden sie von Internet-Nachrichtenseiten und Aggregatoren wie Reddit und Slashdot und von Online-Social-Media-Seiten wie Twitter, Facebook, YouTube usw. abgelöst.
Diese Kommunikationskanäle tragen nicht nur zur Verbreitung von Nachrichten bei, sondern sind auch ein Faktor dafür, wie sie verzerrt und verändert werden können. Folglich müssen die Richtlinien für die Ankündigung einer Kontaktveranstaltung dringend überarbeitet werden, sagen Duncan Forgan und Alexander Scholz von der University of St. Andrews im Vereinigten Königreich sich der erste Kontakt ausbreiten könnte und wie die beteiligten Forscher vorbereitet werden sollten.
Offenheit ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Empfehlungen. Forgan und Scholz beginnen damit, dass Forscher darauf vorbereitet sein müssen, Nachrichten zu veröffentlichen, wann und ob sie eintreffen. Das bedeutet, beliebte Kommunikationskanäle regelmäßig zu bewerten und sich bewusst zu sein, dass sie sich im Laufe der Zeit wahrscheinlich ändern werden. SETI-Wissenschaftler sollten zu Beginn der Suche abschätzen, wie die Öffentlichkeit Nachrichten konsumiert, sagen sie.
Vor dem Nachweis sollten diese Forscher detaillierte Beschreibungen des experimentellen Aufbaus und Fortschritts sowie Kriterien für vorläufige und bestätigte Nachweise veröffentlichen. All dies stünde dann als Hintergrundinformation zur Verfügung, wenn eine Detektion erfolgt. Laut Forgan und Scholz sollte dies eine detaillierte Beschreibung enthalten, wie das Team im Falle einer Signalerkennung mit der Öffentlichkeit kommunizieren wird.
Aber sie raten auch zur Vorsicht. Die an einer Entdeckung beteiligten Wissenschaftler werden wahrscheinlich einer intensiven Medienbeobachtung ausgesetzt sein. Forgan und Scholz sagen, dass es für alle Beteiligten eine gute Idee ist, ihren Online-Fußabdruck im Voraus zu überprüfen, um ihre Privatsphäre zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten, falls die Medienhorden einfallen.
Als nächstes befassen sich die beiden mit der Frage, was passieren soll, wenn ein versuchsweises Signal entdeckt wird. Auch hier liegt ihr Hauptaugenmerk auf Offenheit. Im Falle einer vorläufigen Entdeckung sollten SETI-Wissenschaftler ihre Ergebnisse für eine Peer-Review-Veröffentlichung einreichen und gleichzeitig ihr Kandidatensignal und alle begleitenden Daten vollständig veröffentlichen, indem sie angemessen robuste Web- und Cloud-basierte Server verwenden, sagen sie.
Sobald dies geschieht, wird es einen großen Fokus darauf geben, ob die Erkennung bestätigt wird. Und noch einmal: Offenheit ist die beste Politik. Wenn die Erkennung nicht bestätigt werden kann, muss das Team eine Erklärung veröffentlichen, in der klar steht, dass das Signal nicht als ETI-Ursprung bestätigt werden kann, empfehlen sie.
Aber alles ändert sich, wenn die Erkennung bestätigt wird. Wenn das passiert, sagen Forgan und Scholz, dass sich die beteiligten Forscher so lange wie möglich an der laufenden Mediendiskussion beteiligen müssen.
Dem mag jetzt leicht zuzustimmen erscheinen, aber das wird eine schwierige Aufgabe. Die Personen, die für den Erstkontakt verantwortlich sind, werden wahrscheinlich schnell zu den berühmtesten Menschen auf dem Planeten gehören. Sie könnten sogar zu den berühmtesten der Geschichte werden. Das wird ein gemischter Segen.
Dennoch lohnt es sich, diese Punkte jetzt zu berücksichtigen und die Richtlinien so zu überarbeiten, dass sie modernen Kommunikationsmethoden Rechnung tragen. Das schlimmste Szenario ist, dass sich Nachrichten auf ungeplante Weise mit wenig oder gar keiner Koordination zwischen Experten verbreiten. Ein wenig Planung jetzt könnte also in Zukunft enorm wertvoll sein.
Ref: arxiv.org/abs/1605.02947 : #FoundThem PreSearch- und PostDetection-SETI-Protokolle des 21. Jahrhunderts für soziale und digitale Medien