Statistische Beweise zeigen, wie Erfolg im Sport zum Erfolg führt

Die Idee der „heißen Hand“ im Sport ist die Überzeugung, dass Spieler, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, in Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich sind.





Das bekannteste Beispiel ist der Basketball, wo viele Fans glauben, dass ein Spieler eher einen Schuss schießt, wenn er oder sie die letzten 2 oder 3 Schüsse erfolgreich gemacht hat. Mit anderen Worten, der Spieler hat eine „heiße Hand“.

Bereits in den 1980er Jahren beschlossen drei Kognitionspsychologen, sich mit dieser Idee genauer auseinanderzusetzen. Ihre Studien zeigten, dass Basketballfans tatsächlich an die Idee der heißen Hand in Schusssequenzen glaubten. Dann untersuchten sie die tatsächliche Erfolgsrate bestimmter Spieler, um zu sehen, ob die Idee wahr war.

Die Ergebnisse waren eine Überraschung, zumindest für Basketballfans. Während einige Spieler sicherlich bessere Schützen sind als andere Spieler, fanden die Psychologen keine Hinweise auf ein Hot-Hand-Phänomen. Die Erfolgschancen beim nächsten Schuss korrelieren nicht mit dem Erfolg des letzten Schusses. Mit anderen Worten, die Idee der heißen Hand ist ein Trugschluss.



Die Psychologen führten die Wirkung auf ein allgemeines Missverständnis von Zufallsfolgen zurück: Lange Folgen erfolgreicher (und erfolgloser) Schüsse treten naturgemäß zufällig auf. Sie sehen einfach so aus, als hätte der Spieler eine heiße Hand.

(Ein ähnlicher Effekt tritt bei Münzwurfexperimenten auf, wenn die Leute denken, dass nach einer langen Kopffolge eher ein Schwanz auftritt. Dies wird als der Irrtum des Spielers bezeichnet.)

1985 veröffentlichten sie ihre Ergebnisse in einem Papier mit dem Titel The Hot Hand in Basketball: On the Misperception of Random Sequences und seitdem wird der Hot-Hand-Effekt allgemein als Trugschluss angesehen.



Aber als Sportfan ist es schwer, sich von der Vorstellung zu lösen, dass Erfolg Erfolg bringt. Tatsächlich hat es seitdem eine große Debatte darüber gegeben, ob es Hot-Hand-Effekte gibt oder nicht.

Heute zeigen Forscher, dass der Hot-Hand-Effekt im Cricket-Spiel lebendig und gut ist.

Die Beweise stammen aus der Arbeit von Haroldo Ribeiro von der Universidade Estadual de Maringa in diesem bekannten Cricket-liebenden Land, Brasilien, und ein paar Kumpels.



Diese Jungs haben die Trefferquote in drei Arten von internationalen Cricket-Spielen untersucht, die zwischen 2002 und 2011 ausgetragen wurden. Die drei Arten sind T20, das ungefähr 3 Stunden dauert, eintägige Spiele, die ungefähr 8 Stunden dauern, und Test-Cricket, das für fünf Tage.

Das Hot-Hand-Phänomen ist eine Art Memory-Effekt, da die zukünftige Leistung von Ereignissen in der Vergangenheit bestimmt wird. Aus diesem Grund gibt es etablierte statistische Techniken, um sein Vorhandensein aufzudecken.

Ribeiro und Co. haben die Daten auf Herz und Nieren geprüft und nicht nur die Entwicklung der Ergebnisse im Laufe der Zeit, sondern auch ihre Varianz untersucht. Sie sagen, dass sie bei der Arbeit deutliche Langzeitgedächtniseffekte sehen können. Dieses Ergebnis zeigt, dass es ein Langzeitgedächtnis in der Score-Entwicklung gibt… positiven Werten folgen positive Werte und negativen Werten folgen negative Werte viel häufiger als zufällig, heißt es.



Wenn ein Cricket-Team also zu Beginn gut punktet, ist es wahrscheinlicher, dass es später in seinen Innings stark punktet. Umgekehrt, wenn ein Team schlecht startet, ist es wahrscheinlicher, dass es diesen schlechten Lauf fortsetzt.

Interessanterweise ist dieser Effekt beim Test Cricket über 5 Tage genauso deutlich wie beim T20 Cricket über drei Stunden. So funktioniert der Memory-Effekt über extrem lange Zeiträume, verglichen beispielsweise mit Basketball-Schießsequenzen.

Das langreichweit anhaltende Verhalten in der Score-Evolution weist nicht nur auf die Existenz dieses Phänomens beim Cricket hin, sondern legt auch nahe, dass dieses Phänomen über eine sehr lange Zeitskala wirken kann, sagen Ribeiro und Co.

Das ist ein interessantes Ergebnis. Cricket ist ein sehr psychologisches Spiel, bei dem Selbstvertrauen eine große Rolle spielt. Wenn Vertrauen ansteckend ist, ist es sinnvoll, dass frühzeitiger Erfolg zu Erfolg in der Zukunft führen kann.

Ribeiro und Co. sagen, dass ihre Methoden auch auf andere Sportarten angewendet werden können, daher sollte es möglich sein, den statistischen Fingerabdruck eines Hot-Hand-Effekts auch in anderen Bereichen zu sehen.

Die nächste Frage ist, ob und wie sich dies in Zukunft auf die Sportstrategie auswirkt. Vorschläge im Kommentarbereich unten.

Ref: arxiv.org/abs/1208.1204 : Anormale Verbreitung und weitreichende Korrelationen in der Ergebnisentwicklung des Cricket-Spiels

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