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Oranger Zwergstern soll ins Sonnensystem einschlagen
Das Sonnensystem ist von Tausenden von Sternen umgeben, aber bis vor kurzem war überhaupt nicht klar, wohin sie alle führten.
1997 veröffentlichten Astronomen jedoch den Hipparcos-Katalog mit detaillierten Positions- und Geschwindigkeitsmessungen von etwa 100.000 Sternen in unserer Nachbarschaft, die alle von der Raumsonde Hipparcos der Europäischen Weltraumorganisation ESA gesammelt wurden. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Hipparcos-Daten unser Verständnis der „Haube“ revolutioniert haben.
Diese Daten ermöglichten es den Astronomen insbesondere herauszufinden, welchen Sternen wir in der Vergangenheit näher waren und welchen wir in Zukunft begegnen werden. Es stellt sich heraus, dass 156 Sterne in diese Kategorie fallen und dass die Sonne etwa alle 2 Millionen Jahre eine enge Begegnung mit einem anderen Stern hat (d. h. eine Annäherung innerhalb von 1 Parsec).
Im Jahr 2007 wurden die Hipparcos-Daten jedoch revidiert und seitdem sind andere Messungen der Sternengeschwindigkeit verfügbar. Wie verändern diese Zahlen die Zahlen?
Heute gibt uns Vadim Bobylev vom Pulkovo Astronomical Observatory in St. Petersburg die Antwort. Er hat die Hipparcos-Daten mit mehreren neuen Datenbanken kombiniert und neun weitere Sterne gefunden, die entweder eine enge Begegnung mit der Sonne hatten oder noch erleben werden.
Aber er hat auch eine spektakuläre Vorhersage gemacht. Die ursprünglichen Hipparcos-Daten zeigten, dass ein orangefarbener Zwergstern namens Gliese 710 auf uns zukommt und irgendwann innerhalb der nächsten 1,5 Millionen Jahre eintreffen wird.
Natürlich sind Trajektorien schwer zu berechnen, wenn die Daten schlecht sind, sodass niemand wirklich sicher war, was passieren wird.
Mit den neuen Daten konnte Bobylev die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass Gliese 710 in das Sonnensystem einschlägt. Was er herausfindet, ist ein Schock.
Er sagt, es besteht eine 86-prozentige Chance, dass Gliese 710 durch die Oortsche Wolke aus gefrorenem Zeug pflügt, die sich etwa 0,5 Parsec in den Weltraum erstreckt.
Das mag wie eine Abschürfung klingen, hat aber wahrscheinlich schwerwiegende Folgen. Ein solcher Ansatz würde einen gewaltigen Kometenregen in das Sonnensystem schicken, der uns zwingen wird, den Kopf eine Weile gesenkt zu halten. Und eine Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent ist ungefähr so sicher, wie diese Art von Daten nur erreichen kann.
Die gute Nachricht ist, dass Bobylev sagt, dass die Chancen, dass Gliese 710 weiter in das Sonnensystem im Kuipergürtel vordringt, viel geringer sind, nur 1 zu 1000. Das ist also in Ordnung.
Ruhe bewahren und weitermachen.
Ref: arxiv.org/abs/1003.2160 : Auf der Suche nach Sternen, die dem Sonnensystem nahe kommen