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Die Rolle der neuen Medien in der Politik
Zur Verfügung gestellt von BBVA
Neue politische Medien sind Kommunikationsformen, die die Produktion, Verbreitung und den Austausch politischer Inhalte auf Plattformen und in Netzwerken ermöglichen, die Interaktion und Zusammenarbeit ermöglichen. Sie entstanden in den späten 1980er Jahren, als Unterhaltungsplattformen wie Talk-Radio, Fernseh-Talkshows und Boulevardzeitungen eine herausragende politische Rolle übernahmen und das Infotainment-Genre hervorbrachten. Bill Clinton trat bekanntermaßen in Arsenio Halls TV-Talkshow auf, trug eine Sonnenbrille und spielte Saxophon, und die Verschmelzung von Politik und Unterhaltung zog ein Publikum an, das normalerweise an öffentlichen Angelegenheiten desinteressiert war, und bereitete Jahrzehnte später die Bühne für einen Reality-TV-Präsidenten wie Donald Trump.
Die nächste Phase in der Entwicklung neuer Medien entfaltete sich in Verbindung mit der Anwendung aufkommender digitaler Kommunikationstechnologien auf die Politik, die völlig neue Absatzmöglichkeiten und Systeme zur Bereitstellung von Inhalten ermöglichte. Ab Mitte der 1990er Jahre entwickelten sich neue politische Medienplattformen schnell zu Websites mit interaktiven Funktionen, Diskussionsforen, Blogs, Online-Fundraising-Plattformen, Websites zur Rekrutierung von Freiwilligen und Treffen. Die Öffentlichkeit wurde stärker in die eigentliche Produktion und Verbreitung politischer Inhalte eingebunden, und Bürgerjournalisten waren Augenzeugen von Ereignissen, über die professionelle Journalisten nicht berichteten.
Eine dritte Phase in der Entwicklung der neuen Medien markiert Barack Obamas bahnbrechende digitale Wahlkampfstrategie bei den Präsidentschaftswahlen 2008. Obamas Team nutzte fortschrittliche digitale Medienfunktionen, die das Netzwerk-, Kollaborations- und Gemeinschaftsbildungspotenzial der sozialen Medien nutzten, um eine politische Bewegung zu schaffen. Es nutzte soziale Medien, um Daten über die politischen und Verbraucherpräferenzen der Menschen zu sammeln, und erstellte Wählerprofile, um bestimmte Gruppen, wie z. B. junge Berufswähler, mit maßgeschneiderten Nachrichten zu erreichen.
Der Aufstieg der neuen Medien stellt die politische Kommunikation auf den Kopf
Der Aufstieg der neuen Medien in den letzten drei Jahrzehnten hat das politische Mediensystem kompliziert gemacht. Legacy-Medien, bestehend aus etablierten Massenmedieninstitutionen, die älter als das Internet sind, wie Zeitungen, Radiosendungen und Fernsehnachrichtenprogramme, koexistieren mit neuen Medien, die das Ergebnis technologischer Innovationen sind (Websites, Blogs, Videoplattformen, digitale Apps usw.). sozialen Medien). Neue Medien können Informationen direkt an Einzelpersonen weitergeben, ohne dass redaktionelle oder institutionelle Torwächter eingreifen müssen, die den alten Formen innewohnen. So haben die neuen Medien ein erhöhtes Maß an Instabilität und Unvorhersehbarkeit in den politischen Kommunikationsprozess eingebracht.
Die Beziehung zwischen alten Medien und neuen Medien ist symbiotisch. Alte Medien haben neue Medien in ihre Berichterstattungsstrategien integriert. Sie verteilen Material über eine Reihe von alten und neuen Kommunikationsplattformen. Sie verlassen sich auf neue Medienquellen, um die ständig steigende Nachfrage nach Inhalten zu befriedigen. Trotz der Konkurrenz durch neue Medien bleibt das Publikum für traditionelle Medien robust, auch wenn es nicht mehr so beeindruckend ist wie in der Vergangenheit. Folglich verlassen sich neue Medien auf ihre alten Pendants, um Legitimität zu erlangen und ihre Inhalte bekannt zu machen.
Im Idealfall erfüllen die Medien mehrere wesentliche Rollen in einer demokratischen Gesellschaft. Ihr Hauptzweck besteht darin, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürgern die Informationen zu liefern, die sie benötigen, um durchdachte Entscheidungen über Führung und Politik zu treffen. Die Medien fungieren als Wachhunde, die das Handeln der Regierung kontrollieren. Sie legen die Tagesordnung für die öffentliche Diskussion von Themen fest und bieten ein Forum für politische Äußerungen. Sie erleichtern auch den Aufbau von Gemeinschaften, indem sie Menschen helfen, gemeinsame Anliegen zu finden, Bürgergruppen zu identifizieren und auf Lösungen für gesellschaftliche Probleme hinzuarbeiten.
Eine Gesellschaft nach der Wahrheit
Neue Medien bieten einen beispiellosen Zugang zu Informationen und können sogar uninteressierte Zuschauer über personalisierte Peer-to-Peer-Kanäle wie Facebook erreichen. Da sich durchschnittliche Menschen mit der etablierten Presse zusammenschließen, um die Rolle des Wächters zu übernehmen, werden Beamte einer stärkeren Kontrolle unterzogen. Themen und Ereignisse, die möglicherweise außerhalb des Zuständigkeitsbereichs von Mainstream-Journalisten liegen, können von normalen Bürgern ins Rampenlicht gerückt werden. Gleichzeitig hat das neue Medienzeitalter Tendenzen verschärft, die die idealen Ziele einer demokratischen Presse untergraben. Die Medien verbreiten eine enorme Menge an politischen Inhalten, aber ein Großteil des Materials ist trivial, unzuverlässig und polarisiert.
Neue Medien haben die traditionelle Rolle der Presse in einer demokratischen Gesellschaft sowohl erweitert als auch untergraben. Auf der positiven Seite haben sie das Potenzial für politische Informationen, selbst die desinteressiertesten Bürger zu erreichen, enorm erhöht, und sie ermöglichen die Schaffung digitaler öffentlicher Plätze, auf denen Meinungen offen geteilt werden können.
Nichtsdestotrotz hat das Zusammenwachsen des Aufstiegs der neuen Medien und der postfaktischen Gesellschaft zu einer prekären Situation geführt, die ihre positiven Aspekte untergräbt. Die Ersetzung von Skandalberichterstattung durch seriösen investigativen Journalismus hat die Wachhundrolle der Presse geschwächt, und die zweideutige Position der Medien als Sprachrohr für Politiker macht Journalisten mitschuldig an der Verbreitung schlechter Informationen und falscher Fakten. Es ist wichtig zu erkennen, dass der amerikanische Journalismus nie ein goldenes Zeitalter erlebt hat, in dem Fakten immer Vorrang hatten und verantwortungsbewusste Berichterstattung absolut war. Die gegenwärtige Ära könnte jedoch einen neuen Tiefpunkt für das demokratische Gebot einer freien Presse markieren.
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