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Neuer Wüstenkrater mit Google Maps und kostenloser Software gefunden
Die meisten Gesteinsplaneten, Monde und Asteroiden im Sonnensystem sind mit Einschlagkratern aller Größen übersät. Auf der Erde sind kleine Krater jedoch selten, da sie von Wetter und Wasser schnell erodiert werden.
Die Entdeckung neuer kleiner Krater ist also ein Grund zum Feiern. Vor ein paar Wochen ein italienisches Team angekündigt in der Zeitschrift Science dass es Google Earth verwendet hatte, um einen Einschlagskrater in der abgelegenen Wüste Südägyptens zu identifizieren. Ein kurzer Ausflug in die Region zeigte, dass dieser Krater einen Durchmesser von 45 Metern hat und in den Wüstenfelsen einigermaßen gut erhalten ist.
Nur wenige Tage später hat Amelia Sparavigna vom Politecnico di Torino in Italien mithilfe von Google Maps Hinweise auf einen weiteren Krater in der Bayuda-Wüste im Sudan gefunden. Dieser ist etwas größer: etwa 10 Kilometer im Durchmesser.
Das Interessante an dieser Entdeckung ist die Technologie, mit der sie gemacht wurde. Sparavigna verwendete Google Maps, ein von ihr und einem Kollegen entwickeltes astronomisches Bildverarbeitungsprogramm namens AstroFracTool, und ein Open-Source-Bildverarbeitungspaket namens GIMP.
All diese Dinge sind kostenlos im Web verfügbar, wodurch diese Art der Entdeckung für alle zugänglich ist. Das bedeutet, dass die nächste Generation von Kraterjägern genauso gut Amateure sein könnte, die von zu Hause aus arbeiten, wie professionelle Geologen, die vor Ort arbeiten.
Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Kraterjäger etwas finden? Auf anderen Körpern im Sonnensystem sind kleine Einschlagskrater bei weitem häufiger als große, eine Statistik, die die Größenverteilung der dort oben schwimmenden Gesteine widerspiegelt.
Die Größenverteilung der Krater auf der Erde ist jedoch umgekehrt. Die rund 170 bekannten Krater hier haben Durchmesser von bis zu 300 km, aber weniger als 15 davon sind kleiner als 300 Meter im Durchmesser. Der Grund ist, dass die meisten kleinen Krater schnell erodiert werden. Die erhaltenen befinden sich jedoch wahrscheinlich in Wüstenregionen. Sie bleiben unentdeckt, weil diese Gebiete schlecht erforscht sind.
Das deutet auf eine Chance hin. Die jüngsten Erfolge der Kraterjäger in diesen riesigen, weitgehend unerforschten Wüstenregionen legen nahe, dass es dort für jeden mit Zugang zu einem Computer und etwas Freizeit mehr zu entdecken gibt.
Lassen Sie den Kraterrausch beginnen.
Ref: arxiv.org/abs/1008.0500 : Kraterähnliche Landschaft in der Bayuda-Wüste (eine Verarbeitung von Satellitenbildern)